Der vergessene Patient

Montag, 3. Februar 2025, Hotel Schweizerhof, Bern

Moderation:
Dominique Reber, Präsident

Auf dem Podium:
Stuart Head, General Manager Gilead Schweiz
David Haerry, Präsident Positivrat
Carina Bobzin, Präsidentin Swiss Cancer Patients Alliance
Bettina Balmer, Nationalrätin und Kinderchirurgin
René Buholzer, CEO Interpharma

«Der vergessene Patient» 
eine Gesundheitspolitik ohne Einbezug der Betroffenen

Der volle Saal Trianon im Hotel Schweizerhof zeigte es schon vor Beginn an: Dieser Event traf buchstäblich einen Nerv. «Der vergessene Patient – eine Gesundheitspolitik ohne Einbezug der Betroffenen», stand am 3. Februar auf dem Programm, ein Thema, bei dem naturgemäss jedes Club-Mitglied aktiv involviert ist. Geht es um die Gesundheit, gibt es nur Experten, getrennt allerdings durch ihre Rollen als Patienten, Ärzte oder Anbieter von medizinischen Dienstleistungen.

Stuart Head, General Manager Switzerland des US-Pharmazie-Unternehmens Gilead Sciences, sagte in seinem Impulsreferat: «Der Patient ist nicht das Problem. Aber wir fragen ihn nicht immer wirklich, wie es ihm geht oder was er braucht, das ist das Problem. Dieser Einbezug fängt bei den klinischen Studien an und hört damit auf, zu überprüfen, wie Patienten mit Therapien in ihrem Alltag zurechtkommen und welche anderen Bedürfnisse sie haben.»

Auf dem Podium diskutierten Carina Bobzin, Präsidentin Swiss Cancer Patients Alliance, Bettina Balmer, FDP-Nationalrätin und Kinderchirurgin, René Buholzer, CEO Interpharma, und David Haerry, Präsident Positivrat, einem Fachgremium, welches sich vor allem für Menschen mit HIV, Hepatitis und Ko-Infektionen einsetzt. Die Quintessenz: Grundsätzlich haben die Patienten im heutigen Gesundheitssystem erstaunlich wenig Gehör, auch in der als fortschrittlich und vorbildlich geltenden Schweiz. Der Tenor bei den Patientenvertretern war sogar, dass die EU und die USA in diesem Bereich einen Vorsprung auf unser Land haben. «Hier sind wir im Rückstand», sagte David Haerry. Und Carina Bobzin meinte: «Grundsätzlich geht es dabei um die Würde des Menschen und um Lebensqualität.  Alle haben das Recht auf ein gutes Gesundheitssystem, unabhängig von Herkunft, Bildung und Vermögensstand.»