Der Finanzmarkt Schweiz im Wandel
Auch 2026 geht es beim Club Politique weiter mit gleichermassen spannenden wie topaktuellen Themen. «Finanzmarkt Schweiz im Wandel» lautete jenes vom ersten Event im neuen Jahr, welcher am 12. Januar im Hotel Schweizerhof stattfand. Den Abend lancierte Daniel Salzmann, seit 2014 CEO der Luzerner Kantonalbank, mit seinen Ausführungen zur Frage «Sind Kantonalbanken die neuen Banken für Unternehmen?».
Dass sich der Finanzplatz Schweiz nach dem «Verschwinden» der Credit Suisse in einem strukturellen Wandel befindet, ist kein Geheimnis. Die Regulierungsvorlagen werden das Parlament noch länger beschäftigen und sich auf die ganze Bevölkerung auswirken. Salzmann erwähnte hier in erster Linie höhere Eigenkapital- und Risikotragfähigkeitsanforderun
Flächendeckenden Probleme im Kreditmarkt seien in der Ära nach der CS gemäss Salzmann bisher nicht entstanden. Im Gegenteil sei der Kreditmarkt robust, was auch die Schweizerische Nationalbank in einer neuen Studie bestätige.
Fintech-Firmen und global operierende Techkonzerne
In der Tendenz würden die Margen für die Geschäftsbanken geringer. Als Gründe dafür nannte Salzmann unter anderem den Null-Leitzins und eine generelle konjunkturelle Unsicherheit. Zweitere vor allem aufgrund der derzeitigen geopolitischen Lage und der schier unzählig scheinenden Krisenherde weltweit.
Unter der Leitung von Moderator Dominique Reber diskutierten auf dem Podium nebst Daniel Salzmann anschliessend Urs Furrer, seit 2024 Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes SGV, und Jean-Philippe Kohl, Vize-Direktor von Swissmem, der seit 2008 für den Verband der Schweizer Tech-Industrie tätig ist.
Kohl wies dabei vehement auf die nicht eben rosigen Zukunftsszenarien für die einheimische Wirtschaft im Allgemeinen und die Konjunkturentwicklung hin. Die Schweizer Industrie habe sich generell schon vor dem US-Zollhammer in einem schwierigen Zustand befunden. Viele Firmen seien zurückhaltend und wollten nicht investieren. Es sei eine generelle Stagnation in den meisten Märkten, ausgenommen Indien, zu beobachten. Und ruhig schlafen könne man auch nach der Zollreduktion von 39 auf 15 Prozent nicht. Eine Verlässlichkeit sei keineswegs gegeben, und er erwarte ein anhaltendes Chaos über die gesamte Amtszeit von US-Präsident Donald Trump hinweg.
Auch Furrers Miene wirkte nicht nur heiter. Jubelnd sei aus dem Gewerbebereich jedenfalls niemand ins neue Jahr gestartet, wie er sagte. Doch sei der Verband dank den unterschiedlichsten Branchen relativ breit aufgestellt und es gebe eine Vielfalt von Zuständen. Zudem konzentriere sich eine Mehrheit davon auf den Binnenmarkt, was sich stabilisierend auswirke. Doch auch dort seien der Preis- und der Importdruck mit dem starken Franken sowie die Regulierungen schmerzhaft zu spüren.

